Bitterstoffe

Was sind Bitterstoffe, wie wirken sie und wie werden sie eingenommen?

Schon vor mehreren hundert Jahren wussten Hippocrates, Hildegard von Bingen und Paracelsus, sowie die traditionelle chinesische Medizin um die heilsame Wirkung von Bitterstoffen. 

Heute erleben Bitterstoffe ein Comeback, das ich nur zu gerne unterstütze.

Was sind Bitterstoffe?

Bitterstoffe sind sekundäre Pflanzenstoffe, also Stoffe, die der Pflanze nicht primär dem Wachstum oder der Entwicklung, sondern z.B. dem Schutz vor Fressfeinden dienen. 

Bitterstoffe gehören zu keiner eigenen Klasse sekundärer Pflanzenstoffe (wie bspw. die Flavonoide oder Carotinoide), sondern umfassen einfach alle sekundären Pflanzenstoffe, die bitter schmecken. 

Das Problem mit unserer modernen Lebensweise

Und wieder einmal ist unsere Evolution schuld an dem Debakel: Süßes und fettreiches Essen assoziiert  unser Gehirn mit einer Energielieferung, die für unsere Vorfahren essentiell fürs Überleben war. Unser Hirn belohnt das nach wie vor mit kurzzeitigen Glücksgefühlen. Damals war das ein wichtiger Mechanismus, aber heute… ist es das eher weniger. Wir müssen uns keine Fettreserven zulegen, keinen harten Winter überstehen oder unter schweren Bedingungen Nahrung für die ganze Familie auftreiben.

Diesen positiven Effekt von süßen und herzhaftem Essen auf unser Gehirn hat sich die Lebensmittelindustrie zu Nutzen gemacht und Jahrzehnte lang gezielt bitterstoffarme oder bitterstofffreie Gemüsearten gezüchtet: In unseren Supermärkten sucht man deshalb meist verzweifelt nach Bitterstoffen. 

Unser Geschmackssinn ist durch das übertriebene Angebot von Zucker, Salz und Geschmacksverstärkern manipuliert. Aus dem Grund sind wir den Geschmack bitterer Lebensmittel einfach nicht mehr gewohnt. Dabei ist „bitter“ einer der fünf Geschmäcke, die unsere Zunge wahrnehmen kann.

Wo finden sich Bitterstoffe?

Besonders einfach und kostengünstig kann man sich in der Natur an Bitterstoffen bedienen: Löwenzahn, Schafgarbe und Wegwarte lassen sich nahezu überall in großen Mengen finden und prima als Salat oder Smoothie zubereiten.  

Zum Thema Löwenzahn bin ich letztens über eine alte Weisheit gestolpert: Besonders der junge Löwenzahn, also die ersten Blätter, Knospen und Wurzeln die im Frühling austreiben, sind besonders reich an Bitterstoffen. Wenn ihr das nächste Mal im Garten werkelt könnt ihr aus dem „Unkraut“ einen super leckereren und gesunden Salat zaubern. Laut Weisheit hält euch der junge Löwenzahn „das ganze restliche Jahr gesund“. 😉

Aber auch in Gewürzen findet sich super Bitterstoffquellen. Kardamom, Kümmel, Koriandersamen und Fenchel gelten dank der enthaltenen Bitterstoffe als typische Brotgewürze, weil sie es leichter verdaulich machen. 

Das gilt auch für Gewürznelken, Zimt und Ingwer.

Einige bitterstoffreiche Lebensmittel haben den Veränderungen der Lebensmittelindustrie getrotzt und bis heute überlebt. Das sind u.a.: Chicorée, Radicchio, Rucola, gelbe Grapefruits, Endivien und Artischocken. Trotzdem müssen hier leider Abstriche gemacht werden:

Rucola z.B. schmeckt nicht mehr so richtig bitter wie einst, da die Bitterstoffe herausgezüchtet worden sind.

Die pinke Grapefruit, die wir in erster Linie in der Obstabteilung im Supermarkt vorfinden, ist weit weniger reich an Bitterstoffen als die Gelbe. 

Auf Einen Blick – Bitterstoffreiche Lebensmittel
  • Löwenzahn
  • Chicorée
  • Radicchio
  • Rucola
  • Gelbe Grapefruits
  • Artischocken
  • Endivien
  • Schafgarbe
  • Wegwarte
  • Wermut
  • Enzian
  • Ingwer
  • Gewürze: Kardamon, Kümmel, Koriandersamen, Fenchel, Zimt, Gewürznelken
So wirken Bitterstoffe

Die Wirkung von Bitterstoffen beginnt bereits im Mund. Der bittere Geschmack auf der Zunge stimuliert Magen, Leber, Gallenblase und die Bauchspeicheldrüse und regt die Produktion von lebensnotwendigen Verdauungssäften und -enzymen an.

Das heißt konkret: Magensäfte, Gallenflüssigkeit und Insulin werden produziert, sodass Nährstoffe optimal aufgenommen und verarbeitet werden können. Auch die Entgiftungsfunktion unserer Leber wird aktiviert, was die Fettverdauung erleichtert. Mit Bitterstoffen können wir unseren Organismus also dabei unterstützen, die ihm zugeführte Nahrung optimal zu verwerten.

Bitterstoffe können sogar die Einnahme von Säureblockern (Antazida, PPI) überflüssig machen. Bei Sodbrennen „bekämpfen“ sie das Problem an der Wurzel, indem sie die körpereigene Produktion der Verdauungssäfte regulieren helfen und somit zu einer vollständigen Verdauung beitragen.

Aber nicht nur das: Isst man bei Lust auf Süßes Bitterstoffe statt Zucker, lässt der Heißhunger nach. Klar- die Gewöhnung an den Geschmack kann einige Zeit dauern.  Wenn man sich aber bewusst macht, dass sich unser Geschmackssinn nicht mehr in seinem Urzustand befindet und quasi erst „trainiert“ werden muss, sollte das zumindest zu einem Butterstoff-Versuch motivieren. 

Last but not least fand man in Untersuchungen heraus, dass Bitterstoffe die Bildung von Hautlipiden unterstützen. Wir haben Bitterstoffrezeptoren wirklich überall in unserem Körper- auch in der Haut. Bitterstoffe aktivieren diese Rezeptoren, stärken so die Hautbarriere und können für ein insgesamt besseres Hautbild sorgen.

Spannend finde ich, dass gerade jene Menschen, die eine extrem große Abneigung gegenüber dem bitteren Geschmack empfinden, diese Stoffe besonders dringend benötigen.

Merke: Je bitterer der Geschmack für dich ist, desto mehr zeigt dir dein Körper, wie bitter nötig du die Einnahme von Bitterstoffen hast.

Hier sollte man sich einfach langsam herantasten. Aber an scharfes Essen konnten sich die meisten von uns schließlich auch gewöhnen… 😉

Effekte von bitterstoffen auf einen blick
  • Unterstützen die Verdauung
  • Gewährleisten eine optimale Nährstoffverwertung
  • Können Heißhungerattacken hemmen (und unterstützen somit eine Gewichtsreduktion)
  • können bei Sodbrennen helfen
  • Können die Verträglichkeit von Nahrungsmitteln verbessern
  • Können das Hautbild verbessern
Präparate

Mittlerweile gibt es viele Butterstoff-Präparate in unterschiedlichsten Formen auf dem Markt, die unsere Verdauung unterstützen sollen.

Bitterstoffe in Kapselform würde ich nicht empfehlen. Flüssiges kann vom Körper meist besser verwertet werden und bei Bitterstoffen insbesondere gilt: Die Wirkung beginnt bereits im Mund. Hier werden unsere Verdauungssäfte stimuliert und unsere Geschmacksknospen langfristig umtrainiert. Weg von süß, salzig und ungesund, hin zu bitter und gesund. Mit Kapseln umgeht man zwar den unangenehmen (bzw. ungewohnten) Geschmack, schränkt jedoch den positiven Effekt maßgeblich ein.

Worauf ihr auch achten solltet: Viele Präparate enthalten hochprozentigen Alkohol und sind daher nicht für Jeden geeignet.

Daher meine Empfehlung: Natürliche Präparate wie bspw. Löwenzahn-, Artischockensaft oder Löwenzahnextrakt.

In meinen Augen ist Artischockensaft ein hervorragendes Bitterstoffpräparat.

Persönliche Empfehlung
Einnahme

Am wirkungsvollsten sind Bitterstoffe, wenn sie vor dem Essen eingenommen werden – bestenfalls 15 Minuten vor jeder Mahlzeit. So wird der gesamte Verdauungstrakt auf die eintreffende Nahrung vorbereitet.

Was auch Heilpraktikerinnen aus meinem Umfeld berichten: Nach wenigen Tagen der Einnahme wird man den anfangs noch ungewöhnlichen Bittergeschmack vermissen! Man wird regelrecht süchtig 😉  

Probiert es einfach mal aus. Vielleicht verabschieden sich dadurch ja Blähbauch, Sodbrennen & Co.

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