Blasenentzündung

Blasenentzündung loswerden


Ein wunderschöner Kurzurlaub im Spätsommer am Meer. Frischverliebt, sternenklare Nächte in einem alten VW-Bus, leckeres Essen, Schwimmen in den Wellen am frühen Abend. Und eine anschließende Fahrradtour über den Deich – mit nassem Bikinihöschen. Das war der Beginn meiner Zystitis-Leidensgeschichte. Knapp zwei Jahre lang hatte ich fast dauerhaft mit einer Blasenentzündung zu kämpfen. Dabei habe ich bestimmt acht verschiedene Antibiotika ausprobiert, Stuhlproben abgegeben, diverse Blasenspiegelungen hinter mich gebracht und jede Menge Zeit in eine intensive Recherche zur Bekämpfung dieser verflucht unangenehmen Erkrankung gesteckt. Heute bin ich fast symptomfrei und würde euch gerne zeigen, wie ich es bis hier hin geschafft habe.

Wieso habe ich eine Blasenentzündung?


Kurz und knapp: Anatomisch haben wir definitiv die A-Karte gezogen. Unsere Harnröhre ist gerade einmal 2,5 – 4 cm lang. Die von Männern ganze 17-20 cm. Während sie bei Männern gut geschützt im Penis liegt, befindet sich unser Harnröhrenausgang nah am After. Schädliche Bakterien, z.B. E.coli haben dadurch leichtes Spiel: Es ist kein weiter Weg zum Harnröhrenausgang und kein weiter Weg in die Harnblase.

Gründe für die Entzündung können auch eine örtliche Immunschwäche sein, für die manche besonders anfällig sind. Allein das Sitzen auf einem kalten Stein oder einer Mauer kann durch die Unterkühlung die Durchblutung im Beckenbereich einschränken und die örtliche Abwehr schwächen. Die Bakterien, die zu einer Blasenentzündung führen, können sich dadurch vermehren.

Weitere Risikofaktoren sind anatomische Fehlbildungen der Harnwege, Blasenfunktionsstörungen und ein verminderter Harnfluss. Sie alle behindern das wichtige Ausspülen von potentiellen Erregern und ermöglichen eine Verbreitung. Bei wiederkehrenden Harnwegsinfekten kann eine Abklärung beim Urologen Klarheit schaffen.

Wie wird man (frau) sie los?

Zu Beginn

Zeigen sich bei dir gerade die ersten Symptome, solltest du vor allem genug Trinken. 2-3 Liter am Tag können die Bakterien bereits hinausspülen. Dabei muss es nicht unbedingt ein spezieller Nieren- oder Blasentee (z.B. Brennnessel) sein. Es geht vielmehr um die mechanische Durchspülung der Blase. Ein Tee aus Brennnessel oder Birkenblättern kann aber zusätzlich die Harnbildung anregen und die Harnwege reinigen. Dazu eine Wärmflasche zur Anregung der Durchblutung – und innerhalb der nächsten Tage sind im Regelfall die Symptome verschwunden.

Der natürliche Weg

Was ist mit Cranberrys?

Rund ums Thema Blasenentzündung werden diverse natürliche Produkte angepriesen. So z.B. auch Cranberrys. Ich selbst habe es wochenlang mit einer Cranberry-Kur probiert – ohne Erfolg. Jetzt wurde durch neuste Studien die Wirkung der Frucht sogar widerlegt. Viele positive Erfahrungsberichte von Patientinnen stehen dem entgegen. Falls du an wiederkehrenden Infekten leidest, kann eine begleitende Kur mit Cranberrysaft oder in Form von Tabletten (z.B. Preiselsan+C-Bio) einen Versuch wert sein.

Senföle

Die bislang einzige frei verkäufliche Substanz, die nachweislich wirksam ist, sind Senföle. Sie werden aus Meerrettich und Kapuzinerkresse gewonnen. Senföle verhindern, dass sich Bakterien vermehren. Aus diesem Grund sollen sie bei Infekten im Körper helfen, besonders bei einer aufkommenden Blasenentzündungen und Erkältungen. In Laborexperimenten hat sich noch ein weiterer Effekt gezeigt: Senföle hemmen Vorgänge, die Krebs auslösen können.

Folgendes Präparat kann ich empfehlen: Meerrettich-Kapseln

Backpulver und Natron

Gegen eine Blasenentzündung kannst du auch versuchen, mit Hausmitteln aus der Küche vorzugehen – zum Beispiel mit Natron und Backpulver. Sie gleichen den Säure-Basen-Haushalt des Körpers aus, der während einer Blasenentzündung oft übersäuert ist.
Anwendung:

  1. Gib eine Messerspitze Natron in eine Tasse Tee oder in ein Glas Wasser
  2. Trink drei Gläser davon über den Tag verteilt

Vitamin-C

Vitamin C ist ein wasserlösliches Vitamin. Was der Körper nicht braucht, wird einfach wieder ausgeschieden. Die verantwortlichen Bakterien mögen das Vitamin C nicht und werden bestenfalls mit dem Urin ausgeschieden. Am Wirksamsten ist Vitamin C bei den ersten Anzeichen der Erkrankung. Zusätzlich wird dadurch das Immunsystem untersützt.

Folgendes Präparat kann ich empfehlen: Natürliche Vitamin-C-Kapseln.

Apfelessig

Zur Therapie von Blasenentzündungen kann auch Apfelessig hilfreich sein. Durch seine Vitamine und Minerale hält der Essig die Bakterien davon ab, sich im Körper weiter auszubreiten. Die Säure des Essigs kann Bakterien und Keime unschädlich machen. Einfach etwas Essig mit Wasser vermengen und als Schorle trinken. An den Geschmack muss man sich eventuell erst gewöhnen – die Vorteile für deine Gesundheit sind es aber vielleicht wert.

Probiotische Vaginalzäpfchen

Scheidenzäpfchen bei einer Blasenentzündung? Nachgewiesenermaßen zeigen an Blasenentzündung erkrankte Frauen regelmäßig Veränderungen ihrer Scheidenflora. Oft liegt das an einem Mangel an Milchsäurebakterien, die sonst durch ihre sauren Stoffwechselprodukte der Besiedlung mit krankheitserregenden Keimen entgegen wirken. Eine placebo-kontrollierte Doppelblind-Studie aus dem Jahr 2011 konnte genau das beweisen: Frauen, die milchsäurebakterien-haltige Vaginalzäpfchen bekommen hatten, erkrankten nur halb so oft erneut an einer Harnwegsinfektion wie die in der Kontrollgruppe.

Folgendes Präparat kann ich empfehlen: Vagisan Milchsäure Vaginalzäpfchen.

Das Produkt ist in jeder Apotheke oder auch online rezeptfrei erhältlich.

Meine natürliche Wunderwaffe

D-Mannose ist ein natürlicher Zucker und wird in kleinen Mengen vom menschlichen Körper selbst produziert und ist ihm damit nicht fremd. In höherer Dosis eingenommen, hindern die D-Mannose-Moleküle Bakterien daran, sich an den Schleimhäuten anzusiedeln. Stattdessen werden die Bakterien mit dem Urin ausgeschieden.

Ich persönlich habe folgendes Produkt benutzt: D-Mannose aus Birke.
Meine chronische Blasenentzündung konnte ich dank D-Mannose komplett loswerden. Für mich war das 100x effektiver als jedes Antibiotikum – ganz ohne Nebenwirkungen. Seitdem rate ich all meinen Freundinnen, D-Mannose zu nehmen, bevor überhaupt erst ein Antibiotikum probiert wird. Es ist nämlich auch als Langzeitkur geeignet und wirkt präventiv.

Keimfeindliche Ernährung

Während einer Blasenentzündung ist eine bewusste Ernährung besonders wichtig. Dabei gilt: So basisch, antientzündlich und naturbelassen wie möglich. Besonders wichtig: Zucker meiden. Glucose ist der optimale Nährstoff für Bakterien. Um eine Vermehrung der Keime zu vermeiden sollten wir sie nicht zusätzlich „füttern“. Verzichte bitte auch auf Fertigprodukte und stark verarbeitete Lebensmittel. Besser: Grüne Smoothies, Nüsse, Sprossen, frisches Obst und Gemüse, Suppen, omega-3-reiche Lebensmittel und viel Magnesium. Der Einfluss unserer Ernährung wird leider oft unterschätzt.

UNsere Psyche

Jede Erkrankung hat nicht nur körperliche Ursachen, sondern auch psychische. Bei einer Harnwegsinfektion werden neben Stress auch verdrängte, bzw. nicht verarbeitete Konflikte als Auslöser angesehen. Frag dich mal: „Was kann ich nicht loslassen?“ oder „Woran halte ich krampfhaft fest?“. Die Traditionelle Chinesische Medizin sieht die Blase in Verbindung mit dem Thema „Scham“ – Unsicherheit und geringes Selbstvertrauen können demnach Harnwegsinfekte begünstigen.

Was tun, wenn es trotzdem nicht weg geht?


Natürlich ist es ratsam, nach einigen Tagen einen Arzt aufzusuchen. Die Ursache deiner Entzündung kann auch ganz woanders liegen, z.B. an einem Scheidenpilz. Dein Frauen- oder Hausarzt wird dir mit ziemlicher Sicherheit ein Antibiotikum verschreiben. Antibiotika können helfen – besonders, wenn sich die Entzündung in die Nieren bewegt.

Bitte achte darauf, nach der Therapie direkt ein Probiotikum zu nehmen – mehere Wochen lang. Leider sprechen die wenigsten Ärzte hier ihre Empfehlung aus. Antibiotika vernichten den Großteil deiner wichtigen und guten Darmbakterien, die nicht nur für deine Verdauung – sondern für dein gesamtes Immunsystem unerlässlich sind. Dein Körper würde ohne Probiotikum sieben Jahre brauchen, bis die Bakterienflora wieder ausreichend hergestellt wurde. Tu dir bitte den Gefallen!

Wann sind Antibiotika unumgänglich?

Leidest du an extrem starken Schmerzen, Flankenschmerzen oder wenn du Blut im Urin hast, sollte das unbedingt ein Arzt untersuchen und dann entscheiden, ob ein Antibiotikum sinnvoll ist. Am besten wird das Urin dafür untersucht und eine Erregerkultur angelegt, um gezielt das richtige Antibiotikum einzusetzen und mögliche Resistenzen auszuschließen.

Die Apotheke deines Vertrauens

Es kann nicht schaden, zu Beginn der Apotheke deines Vertrauens einen Besuch abzustatten. Wenn du dort erwähnst an einer Blasenentzündung zu leiden, gibt es einige Mittel, die dir helfen können. Aber Achtung: Lies immer den Beipackzettel. Manche Produkte dürfen z.B. nur zwei mal jährlich eingenommen werden.

Mein Favorit aus der Apotheke: Cystinol Akut!

Das Produkt aus Bärentraubenblättern hat mich das ein oder andere Mal vor einem weiteren schlimmen Ausbruch bewahrt – ist aber keine dauerhafte Lösung und bekämpft nicht die Ursache des Problems.

Was ist mit Impfungen?

Sollten die natürlichen Methoden tatsächlich nicht anschlagen, gibt es auch eine Impfung gegen chronische Blasenentzündungen – als Tabletten oder Spritzen. Die Krankenkassen zahlen die Therapie, bei der über drei Monate hinweg täglich eine Tablette eingenommen werden muss. Das Immunsystem lernt dabei, sich gegen das Darmbakterium Escherichia coli – das für 70-95% aller Blasenentzündungen verantwortlich ist – besser zur Wehr zu setzen (aber bitte auch hier unbedingt vorab einen Erregernachweis machen!). Das Infektionsrisiko wird dadurch verringert. Einen vollständigen Schutz kann diese Impfung wie so oft allerdings nicht garantieren.

DMSO

Was DMSO genau ist, erkläre ich in diesem Artikel. Hierbei wird eine 50%ige DMSO-Lösung intravesikal, also in die Harnblase, verabreicht. Studien zeigen, dass bei einem Großteil der mit DMSO behandelten Patienten eine signifikante Linderung der Symptome erzielt wurde. Aufgrund der einfachen Verabreichung wird die intravesikale DMSO-Therapie bei allen nicht-infektiösen oder nicht-neoplastischen Entzündungszuständen empfohlen, die anfangs schwere Symptome aufweisen oder auf eine herkömmliche Therapie nicht ansprechen. Hier solltest du auf jeden Fall Absprache mit deinem Arzt halten.

Wiederkehrenden Blasenentzündungen vorbeugen


Hier kommen zuletzt noch ein paar persönliche Tricks, mit denen ihr eine wiederkehrende Blasenentzündung vorbeugen könnt.

  • Mind. 1,5 Liter pro Tag trinken. Für eine gesunde Lebensweise ist das Trinken von stillem Wasser unerlässlich. Zudem spült ihr potentielle Erreger aus der Blase und beugt einer Entzündung vor.
  • Regelmäßig auf die Toilette: Die Blase regelmäßig und vollständig entleeren – nicht erst wenn sie prall voll ist. Es hilft außerdem ungemein, nach dem Sex innerhalb von 15 Minuten aufs Klo zu gehen. Keime, die zu einer Infektion führen könnten, werden so meist ausgespült.
  • Immer von vorne nach hinten säubern: Bei der Reinigung nach dem großen Geschäft solltest Du immer von der Scheide zum After wischen. Das verringert das Risiko, dass Bakterien aus dem Magen-Darmtrakt in die Harnröhre gelangen.
  • Baumwollunterwäsche tragen und diese bei 60° waschen: Das macht den meisten Keimen den Gar aus. Die Slips sollten zudem aus Baumwolle sein und nicht zu eng sitzen, um eine Reizung des Schambereiches zu vermeiden.
  • Intimhygiene: Den Schambereich am besten nur mit warmem Wasser (ohne Seife!) waschen. Lies dazu meinen Artikel zur richtigen Intimpflege.
  • Auswahl des Verhütungsmittels: Für Frauen, die zu Blasenentzündungen neigen, sind bestimmte Verhütungsmittel geeigneter als andere. So ist von mit Spermiziden versehenen Kondomen, spermiziden Cremes und mechanischen Verhütungsmitteln wie dem Diaphragma oder der Spirale wohl eher abzuraten. Sprich darüber einfach mal mit deinem Frauenarzt!
  • Kalte Füße vermeiden und feuchte Badeanzüge gleich nach dem Schwimmen ausziehen (sei klüger als ich!): So beugest du einer Unterkühlung vor.
  • Gesunde Ernährung: Eine gesunde Ernährung ist auch außerhalb einer aktuellen Blasenentzündung der Schlüssel für deine Gesundheit. Sie hilft dir, deinen Körper wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
  • Stress: Oft so unterschätzt und doch so relevant – Wenn es deiner Psyche schlecht geht, spiegelt sich das auch in deinem Körper wieder.
  • Gleichgewicht: Eine Erkrankung zeigt sich nur, wenn der Körper aus seinem Gleichgewicht geraten ist. Mit Hilfe deines Heilpraktikers kannst du die Ursache deiner Beschwerden erörtern, die oft einen ganz anderen, unerwarteten Ursprung haben.


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5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Daniela Hoose sagt:

    Herzlichen Dank für den gut recherchierten Artikel. Auch ich bin mit D-Mannose eine ewig wiederkehrende Blasenentzündung losgeworden. Seit 2017 müsste ich keine Antibiotika mehr nehmen. Jetzt hat es mich leider so heftig erwischt, dass ich Antibiotika nehmen muss. Du empfiehlst im Anschluss Pribiotika zur Darmsanierung. Da ich mich damit gar nicht auskenne, wäre ich dankbar für eine Produktempfehlung. Vielen Dank! Daniela

  2. Julia sagt:

    Danke für deinen Beitrag!! Sehr interessant und hilfreich. Leide seit ich Geschlechtsverkehr habe immer wieder unter Blasenentzündung und hab zahlreiche Antibiotika genommen und auch Cranberry Komplex und Tee usw. Das mit der Spirale ist neu für mich aber werde auf jeden Fall meine Frauenärztin danach fragen. Bekommt man den D-Mannose in der Apotheke oder ist das Rezept pflichtig

  3. Anonymous sagt:

    Es gibt verschiedene Studien die die Wirkung von Cranberry’s präventiv belegen. Nur zur Behandlung wirken sie sich nicht, zur Prävention allerdings schon 🙂

    1. naturnahanna sagt:

      Hey, danke für dein Kommentar. Da stimme ich dir zu. 🙂 Habe es trotzdem mit aufgeführt, da es nichts nichtsdestotrotz einigen Betroffenen in meinem Umfeld helfen konnte. Dank dir. 🙂

  4. Anonymous sagt:

    Ich leide seit Monaten an einer Blasenentzündung, die immer wieder kommt. Viel von dem, was hier steht, wusste ich noch nicht. Vielen Dank für die Infos 🙂 Nach drei verschiedenen Antibiotika-Therapien probiere ich es jetzt mit D-Mannose. Ich hoffe so sehr, es hilft!!

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