Die Darm-Hirn-Achse

Wie der Darm unsere Psyche beeinflusst – und umgekehrt.

Wusstet Du, dass unser Darm und unser Hirn eng miteinander verknüpft sind?

In unserem Darm gibt es ein riesiges Nervengeflecht, das man aufgrund der vielen Nervenzellen auch Darmhirn nennt. Der Fachbegriff lautet: Enterisches Nervensystem. Über dieses Nervengeflecht sind Hirn und Darm ständig im Austausch miteinander – und zwar in beide Richtungen. Das ist unsere Darm-Hirn-Achse.

Diese Verbindung sorgt dafür, dass Gehirn und Darm sich gegenseitig beeinflussen. Hat eines der beiden Organe ein Problem, ist deshalb auch sehr oft das andere Organ betroffen. Dieser Austausch geschieht durch Nerven, Hormone, Immunbotenstoffe und mikrobielle Botenstoffe.

Lass mich dir das anhand einiger Beispiele zeigen.

1. Unser Glückshormon

War dir bewusst, dass Serotonin weniger im Hirn, sondern zu 95% im Darm produziert wird?

Kommt es nun zu einer Störung unserer Darmflora, einem Missverhältnis von „guten“ und „schlechten“ Darmbakterien (einer Dysbiose), dann wird die Serotoninproduktion gestört. 

Die Folge sind Schlafprobleme, Ängste oder sogar depressive Verstimmungen

Je stärker die Darmflora gestört ist, desto schwerer kann das psychische Wohlbefinden darunter leiden.

Das zeigt sich auch in der Forschung: In einem Experiment wurden Mäusen Antibiotika verabreicht. Antibiotika töten ja bekannterweise sämtliche Erreger- aber eben auch andere Bakterien unseres Körpers ab und verändern somit unser Mikrobiom. Und tatsächlich: Im Anschluss der Antibiotika-Therapie ließ sich feststellen, dass die Serotoninproduktion der Mäuse deutlich verringert war.

2. Stress

Noch ein Beispiel: Stress.

Interessant ist, dass unser Darm unterschiedlich auf akuten und chronischen Stress reagiert. Bei akutem Stress erhöht sich die Darmmotilität – zum Beispiel aufgrund einer akuten Stresssituation vor einer Prüfung. Das kann „Angst-Durchfall“ auslösen.

Chronischer Stress hingegen kann die Darmbewegung verlangsamen und Verstopfung (Obstipation) begünstigen. Denn ist unser Körper in Alarmbereitschaft, benötigen Prozesse wie eine erhöhte Atem- und Herzfrequenz viel Energie, die an anderer Stelle eingespart wird. Zum Beispiel im Darm.

Chronischer Stress kann sehr gefährlich werden. Die dauerhafte Ausschüttung von Stresshormonen schadet unserer Darmflora immens – sie wird teilweise komplett vernichtet und die Darmtätigkeit wird heruntergefahren. Damit setzt chronischer Stress einen Teufelskreis in Gang.

Denn Stress stört die Darmflora -> In einer gestörten Darmflora können sich Keime ungehindert vermehren -> Noch mehr Stress und negative Verstimmungen sind die Folge

Außerdem macht Stress die Darmwand durchlässiger – die Darmbarriere verliert so ihre Funktion als Schutzwall. Bakterien können die Darmwand passieren, wodurch das Immunsystem aktiviert wird und chronische Entzündungsprozesse in Gang gesetzt werden. Auf lange Sicht kann dieser Zustand zu einem Leaky Gut führen.

Spannend ist: Wenn wir von vornherein über eine intakte, ausgeglichene Darmflora verfügen, scheinen wir über eine bessere Stressresilienz zu verfügen – Wir sind resistenter gegenüber stressigen Phasen unseres Lebens.

3. Der Charakter

Was mich persönlich besonders fasziniert ist der mögliche Zusammenhang unserer Darmflora und unseres Charakters. Unserer Persönlichkeit!

In einem Versuch mit Mäusen übertrugen Wissenschaftler das Mikrobiom verschiedener Mäusestämme. So ließ sich feststellen: Stammspezifische Verhaltensweisen wurden nach der Übertragung an die andere Maus weitergegeben.

So wurden schüchterne Mäuse neugieriger, wenn sie das Mikrobiom von abenteuerlustigeren Mäusen erhielten.

Das funktioniert auch andersherum: Erhalten Mäuse Bakterien eines Menschen mit Reizdarmsyndrom und Angstzuständen, werden sie ängstlicher. Werden ihnen Darmbakterien depressiver Menschen in den Darm eingepflanzt, zeigen sie Symptome einer Depression.

Die Forschung leitet daraus ab, dass die Mikroorganismen unseres Darms das Verhalten ihres Wirts beeinflussen.

4. Immunsystem und Krankheit

Wie du vielleicht bereits weißt, ist unser Immunsystem mit bis zu 80% in unserem Darm lokalisiert. Haben die Immunzellen unseres Darms aber Probleme, z.B. aufgrund von Stress, schlechter Ernährung & Co., können sie nicht angemessen reagieren.

Eine gestörte Darmflora ist also der perfekte Nährboden für Krankheiten aller Art. Dazu gehören auch Erkrankungen wie Multiple Sklerose, Autismus, Depression oder Übergewicht. Wie sieht der Zusammenhang zu diesen Erkrankungen konkret aus?


Übergewicht: Bei adipösen Menschen ist die Bakterienvielfalt im Darm nachweislich verringert. Dadurch werden die Rezeptoren im Dünndarm gestört, die eigentlich Sättigungshormone ausschütten müssten. Gleichzeitig hat das Gehirn Probleme, Signale vom Darm überhaupt zu deuten. Deswegen reicht es oft nicht aus, auf eine ausgewogene Ernährung umzusteigen – der Darm benötigt eine Sanierung.

Das wird besonders anhand dieses Beispiels deutlich: Einer 32-jährigen Amerikanerin wurden die Darmbakterien ihrer übergewichtigen Tochter transplantiert. Drei Jahre später hatte die Frau 18kg zugenommen und galt als adipös- trotz überwachter Diät und sportlicher Betätigung. Schuld waren die implantierten Darmbakterien.


Reizdarmsyndrom: Spannend ist, dass 50% der Patienten mit Reizdarmsyndrom an Begleiterkrankungen wie Depressionen oder Angstzuständen leiden. Man kann nachweisen, dass das an der Zusammensetzung der Darmbakterien liegt, welche deutliche Unterschiede zu gesunden Menschen aufweist.


Parkinson: Bei Parkinson-Patienten konnten Ärzte feststellen, dass Nervenschäden im Darm vorliegen und die Krankheit dort evtl. ihren Ursprung hat. Forscher fanden heraus, dass giftige Proteine über den Vagus Nerv vom Darm ins Gehirn gelangen, dort verklumpen und Gehirnstrukturen absterben lassen, was letzten Endes zu den typischen Symptomen von Morbus Parkinson führt.


Multiple Sklerose: Bei MS greift das eigene Immunsystem das Nervensystem an. In Untersuchungen kam heraus: Die Darmbakterien-Zusammensetzung von Patienten mit MS unterscheiden sich deutlich von denen gesunder Menschen.

Auch hier wurde wieder an Mäusen geforscht: In einer Studie mit 34 eineiigen Zwillingspaaren, von denen jeweils nur ein Zwilling an MS erkrankt war, wurden die Stuhlproben auf Mäuse übertragen. Die Mäuse, die Stuhl von MS-Zwillingen erhalten hatten, erkrankten zu ca. 60 % – während die Mäuse, die Stuhl der gesunden Zwillinge erhalten hatten, nur zu ca. 20 % ebenfalls an MS.

Daraus lassen sich z.B. mit Hilfe von Probiotika und einer Ernährungsumstellung ganz neue Therapiekonzepte ableiten, die in Tierversuchen die Krankheit bereits signifikant bessern konnten.


Das kleine Aber: All diese Erkenntnisse stammen aus Tierstudien oder sind wissenschaftlich noch zu wenig untersucht, als dass man sie sofort für eine Therapie verwenden könnte. Die Therapiekonzepte werden derzeit in verschiedenen Studien erprobt – wir können auf weitere Erkenntnisse gespannt sein.

5. Ernährung

Wie wichtig die Ernährung im Zusammenhang mit dieser Thematik ist, zeigt folgende Studie, die in acht niederländischen Gefägnissen durchgeführt wurde.

Die These lautete: Eine verringerte Bakterienvielfalt im Darm führt zu aggressivem Verhalten.

Aus diesem Grund wurde das Essen von über 200 Häftlingen mit Vitaminen, Mineralstoffen und Fettsäuren angereichert. Zwischenfälle, die zu einem Eintrag im Strafregister führten, gingen in diesem Zeitraum um ein Drittel zurück. In britischen und australischen Gefängnissen kam man zu ähnlichen Ergebnissen.

Mittlerweile weiß man z.B. auch um den Zusammenhang von Ernährung und Depressionen. Die Nähr- und Vitalstoffe aus unserer Nahrung helfen z.B. bei der Bildung von Glückshormonen, füttern unsere guten Darmbakterien oder schützen die Darmschleimhaut. So bleibt das sensible Gleichgewicht unserer Neurotransmitter erhalten, was sich positiv auf unsere Stimmung auswirkt.

Das Thema „Ernährung und Psyche“ kann allerdings seinerseits ganze Bücher füllen, weshalb ich hier nicht zu tief in die Materie einsteigen möchte.

Was lernen wir daraus?

Das alles macht noch einmal mehr deutlich, wie wichtig es ist, dass wir uns gut um unseren Darm und unsere mentale Gesundheit kümmern. Was aber ist, wenn unsere Darmflora bereits gestört ist? Und woher wissen überhaupt, ob sie gestört ist?

Das vorweg: Nach einer Antibiotika-Einnahme kann es bis zu sieben Jahre dauern, bis sich die Darmflora von allein vollständig regeneriert hat. Hast du in den letzten Jahren Antibiotika eingenommen, kann die Einnahme eines Probiotikums bereits Sinn machen. Viele Heilpraktiker empfehlen jährlich 1-3 darmunterstützende Maßnahmen, wie bspw. eine Darmsanierung.

Symptome einer gestörten Darmflora

Die Symptome einer Dysbiose können sehr vielfältig sein. Diese Beispiele kommen unter Anderem in Frage.

  • Übelriechende Blähungen und Blähbauch
  • Übelriechender Stuhl
  • Bauchschmerzen und Krämpfe
  • Unwohlsein, Übelkeit und Erbrechen
  • Häufiges Aufstoßen
  • Durchfall oder Verstopfung
  • Schwächegefühl und Koordinationsstörungen
  • Gelenk- und Muskelschmerzen
  • Lactoseunverträglichkeit
  • Gewichtszunahme
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit
  • Kopfschmerzen und Migräne
  • Gereiztheit, Aggression
  • Depression

Die Folgen einer Dysbiose sind vermutlich noch vielfältiger als die Symptome selbst. Von Nährstoffverlusten, über Allergien bis hin zu schwerwiegenden Krankheitsbildern und eben psychischen Erkrankungen ist fast alles möglich.

Um das zu vermeiden, hilft es, unser Mikrobiom wieder aufzubauen. Ich zeige dir flott wie genau das geht.

So kannst du deine Darmflora aufbauen, erhalten und schützen
  • Vielfältige, frische, ballaststoffreiche und gesunde Ernährung (Der Darm freut sich mehr über eine kleine Portion gemischtes Gemüse mehr als über einen großen Brokkoli)
  • Stressmanagement: z.B. in Form von Mediation, Atemübungen, Yoga und Achtsamkeitstraings
  • Regelmäßige Bewegung, um den Darm in Bewegung zu halten. So verweilen Nahrungsreste nicht zu lange im Darm, wo sie sonst zu Gärungsprozessen führen können. Diese Blähungen können der Darmwand schaden und im schlimmsten Fall einen Leaky-Gut entstehen lassen
  • Eine Darmsanierung: Klicke hier für eine Anleitung, die ich vor einiger Zeit verfasst habe

Wichtig ist, ein gutes Probiotikum mit verschiedenen Kulturen und ein hohen Dosis Bakterien zu wählen.

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Hier macht es Sinn, die gesamte Packung für eine Darmsanierung aufzubrauchen und wirklich täglich eine Kapsel einzunehmen.

Fazit

Wir fangen gerade erst an, zu begreifen, welch grossen Einfluss Darmbakterien auf den ganzen Körper haben. Die Forschung in diesem Bereich ist zum Glück sehr aktiv. Man kann sich kaum vorstellen, wie viele neue Erkenntnisse es in ein paar Jahren geben wird.

Was bis dahin unbestreitbar ist: Die Gesundheit unseres Darms beeinflusst uns ungemein.

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